Kooperationsräume

Kirchengemeinden bilden Kooperationsräume
Warum eigentlich?

Die Kirchengemeinden in Kurhessen-Waldeck arbeiten zukünftig auf eine neue Art und Weise zusammen. Fragen und Antworten dazu:

Meine Gemeinde ist jetzt Teil eines Kooperationsraumes. Was soll das denn sein?
Wie der Name schon sagt, geht es um Kooperation, also um Zusammenarbeit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus. Mehrere Kirchengemeinden und mindestens drei Pfarrerinnen und Pfarrer sollen die Arbeit gemeinsam gestalten.

Heißt das, mein Pfarrer oder meine Pfarrerin ist bald nicht mehr für mich da?
Keineswegs. Die Zusammenarbeit ist verpflichtend für gemeinsame Gottesdienste und gegenseitige Vertretung. Für Beerdigungen, Taufen, Trauungen und so weiter bleibt das Pfarramt der eigenen Gemeinde zuständig.

Ich habe gehört, dass die Pfarrer viel Zeit für bürokratische Aufgaben brauchen?
Die Belastung ist tatsächlich hoch, deswegen soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Es wurden Stellen eingerichtet, die Verwaltungsassistenz heißen. Diese sollen etliche Aufgaben für Kooperationsräume übernehmen können, zum Beispiel Kirchenbücher führen, Anträge bearbeiten und Sitzungen organisieren.

Aber warum bleibt nicht alles, wie es war?
Weil die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder und auch die Kirchensteuereinnahmen sinken. Die Kooperationsräume sind Teil eines umfassenden Konzepts für eine Neuaufstellung der kirchlichen Arbeit.

Und da wurde wieder keiner gefragt, oder was?
Im Gegenteil. Das Konzept unter dem Titel „Volkskirche qualitativ weiterentwickeln“ wurde mit großer Beteiligung entwickelt. Beschlossen hat es dann die Synode, das Kirchenparlament von Kurhessen-Waldeck.

Aber wenn schon kooperiert wird, warum dann nur bei Gottesdiensten und bei Urlaubsvertretungen?
Das ist die Minimalanforderung, die das Kirchengesetz verlangt. Mehr ist möglich und gewünscht, zum Beispiel bei gemeinsamen Veranstaltungen, bei der Arbeit mit Konfirmanden, Kindern und Jugendlichen, aber auch im Schulunterricht, bei der Kirchenmusik, der Erwachsenenbildung und der Diakonie. Da ist vieles möglich, aber eben freiwillig.

Wer entscheidet, was genau da alles gemacht wird?
Über die Einrichtung eines solchen Kooperationsraumes entscheidet der Kirchenkreisvorstand. Er muss aber zuvor die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Kirchenvorstände anhören. Was dann im Kooperationsraum geschieht, wird in einer Vereinbarung vor Ort geregelt, dazu gibt es einen Kooperationsausschuss.

Text von Olaf Dellit

Gehören wir auch einem Kooperationsraum an?
Die Ev. Kirchengemeinde Am Hirschberg Großalmerode gehört zum Kooperationsraum Am Meißner, der sich wie folgt zusammensetzt: Großalmerode, Laudenbach, Walburg und Hess. Lichtenau.