Kategorie: Berichte

Die Würfel sind gefallen

Leserbrief zum Guten Ton

Die Rückkehr unseres Pfarrers J.J. Klinge in unsere Kirche ist ausgeschlossen.
Wie konnte es dazu kommen? Klarheit könnte das Gemeindetreffen am 12.06.22 bringen. Hierzu wurde im Gemeindebrief Nr. 26 eingeladen.

Ein wichtiger Umstand wurde aber nicht korrekt dargestellt. Ich bzw. wir, der Kirchenvorstand (Teile Großalmerode und Epterode), sind nicht zurückgetreten weil J.J. Klinge eine neue Stelle angetreten hat, sondern weil uns die Führung der Gemeinde aus der Hand genommen wurde.

Das höchste Gremium einer evangelischen Kirchengemeinde ist der Kirchenvorstand. Er ist durch die Gemeinde gewählt und per Eid dazu verpflichtet im Sinne der Menschen zu agieren. Dieser Auftrag ist allerdings nicht durchführbar wenn, wie hier geschehen, das Dekanat elementaren Einfluss nimmt.
Hiervon ist im GUTEN TON nichts zu lesen und das Narrativ der Dekanin wird ungeprüft übernommen.

Sicherlich kann ein Dekan / Dekanin keinen Pfarrer versetzen aber der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Mit einfacher Mehrheit hat sich der Kirchenvorstand für Pfarrer Klinge ausgesprochen aber der Druck wurde vermutlich erhöht was dann den Weggang unseres Pfarrers zur Folge hatte.
J.J. Klinge hat einen intakten Kirchenvorstand aufgebaut, er hat die anstehenden Aufgaben in Ausschüsse verteilt und die Ausschüsse mit engagierten und fachkundigen Bürgern besetzt, er war aktiv in Vereinen, Verbänden und Gremien der Stadt. Sein letztes Projekt war die Gründung der „Gemein-Statt“. Glaubt man wirklich, dass ein Pfarrer der diesen Rückhalt und dieses Ansehen in der Gemeinde genießt, 5 Jahre vor seiner Pensionierung FREIWILLIG alles hinwirft, aus einer Laune heraus?

Wie es nun mit der Gemeinde und der offenen Pfarrstelle weitergeht ist absolut offen. Diese und einige Fragen mehr, werden hoffentlich am 12.06.22 ab 18.00 Uhr in unserer Kirche besprochen.

Markus Tobi-Anacker, ehemaliges Mitglied im Kirchenvorstand

Das war ganz anders

Leserbrief zum Guten Ton

Sehr geehrter Herr Pfarrer Scheerschmidt

Ihr Vorwort ist an einer Passage undeutlich formuliert. Sie schreiben:

Sehr bedauerlich ist es auch, dass nach der Ankündigung des Stellenwechsels durch Pfarrer Klinge, 9 Mitglieder aus
Großalmerode und Epterode aus dem Kirchenvorstand ausgetreten sind.

Als ehemaliges Mitglied im Kirchenvorstand war ich Zeuge der Vorgänge um den Stellenwechsel von Pfarrer Klinge. Pfarrer Klinge hatte den Rückhalt und das Vertrauen des Kirchenvorstands und er wollte nicht aus Großalmerode weg. Hier ist keine Möglichkeit für die Landeskirche, den Pfarrer zum Wechsel zu zwingen. Trotzdem wurde er massiv bedrängt, mit der Drohung, ihn auf eine Verfügungsstelle zu versetzen. Dieses Vorgehen steht im Gegensatz zum Kirchenrecht und grenzt an Mobbing. Um nicht auf eine Verfügungsstelle versetzt zu werden, hat sich Pfarrer Klinge dem Druck gebeugt und sich bei der JVA Schwalmstadt beworben. Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein, hatte er doch gerade mit der Gemeinstatt ein umfangreiches Sozialprojekt angeschoben. Da bewirbt man sich nicht weg, außer unter Zwang. Natürlich hat der Kirchenvorstand versucht, die Angelegenheit mit der Landeskirche zu diskutieren, auch die politische Gemeinde, der Bürgermeister und viele Mitbürger-innen haben versucht mit der Landeskirche ins Gespäch zu kommen. Die Antworten bestanden oft aus der Formulierung: „Aber ein Wechsel ist auch immer eine neue Chance“. Keine Erklärung, keine Gespräche, nur Floskeln. Der Kichenvorstand als wichtigstes Gremium der Kirchengemeinde wurde nicht über die Hintergründe des erzwungenen Stellwechsels informiert. Da blieb für die Mehrzahl der Kirchenvorsteher nur die Möglichkeit des Rücktritts.

Ernst Goebel, Mitglied des Kirchenvorstands von 1984 – 2022

Großalmeröder Pfarrer geht

Montag, 28. Februar 2022, Witzenhäuser Allgemeine / Lokales

Umstände von Jörn Klinges Berufswechsel sind unklar

VON FABIAN BECKER

Kurz vor dem Abriss: Pfarrer Jörn Klinge schließt das alte evangelische Gemeindehaus. Nun verlässt er Großalmerode. archivFoto: Gudrun Skupio

Großalmerode – Pfarrer Jörn Klinge verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Am Hirschberg in Großalmerode nach zwölf Jahren. Er wird Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt. Die Gründe für seinen Berufswechsel sind unklar. Klinge selbst will sich nicht äußern, da das für ihn dienstliche Konsequenzen haben könne.

In einer Pressemitteilung des Kirchenkreises Werra-Meißner heißt es dazu: Dass Pfarrer Klinge aufgrund seines seelsorglichen Schwerpunktes die besondere Herausforderung der anspruchsvollen Stelle in der Justizvollzugsanstalt reizt, ist verständlich. Die Nachricht über seinen Weggang habe in Großalmerode große Betroffenheit ausgelöst, auch wegen des Sozialprojektes Gemein-Statt, das er betreute. Eine Mehrheit des Kirchenvorstands habe sich intensiv bemüht, Klinge auf der Stelle zu halten. Als das nicht gelang, seien 10 von 16 Mitgliedern des Kirchenvorstands zurückgetreten.

Der Rücktritt wird zwar von den Mitgliedern bestätigt, sie stellen die Situation aber anders dar. „Unser Pfarrer musste sich auf eine andere Stelle bewerben, um die Versetzung auf einen Verfügungsposten (eine Springerstelle) zu umgehen“, erklären sie. „Diese wäre gleichzusetzen mit einer Strafversetzung.“ Die ehemaligen Kirchenvorstandsmitglieder sagen aber auch, dass sie in den Vorgang nicht eingebunden gewesen seien und sich daher nur bedingt zu den Hintergründen äußern könnten.

„Dieser Wechsel wird von allen bedauert“, sagen die ehemaligen Kirchenvorstandsmitglieder, Klinge verlasse die Pfarrstelle in Großalmerode schweren Herzens. Er sei in Großalmerode und Epterode sehr beliebt gewesen. „Wir verlieren einen guten Pfarrer, der auf Menschen zugeht und mit seinem Enthusiasmus motivieren kann.“ Einen Abgang dieser Art habe er nicht verdient.

Wegen der Pandemie soll eine Verabschiedung im Gottesdienst nachträglich im Sommer stattfinden. Mit seinem Weggang sind eineinhalb Stellen in der Kirchengemeinde unbesetzt, da die weitere halbe Stelle mit Schwerpunkt im Ortsteil Rommerode nach mehreren Wechseln seit einem Jahr nicht besetzt werden konnte.

„Wir wollen bald zu einer Stellenbesetzung kommen“, sagt Dekanin Ulrike Laakmann. Zurzeit habe Pfarrer Armin Scheerschmidt vom Evangelischen Pfarramt Laudenbach die Vertretung übernommen.

Danke für Ihre Spende

Weltgebetstag 2021

Im Jahr 2021 wurde wieder eine Veranstaltung von den Frauen unserer Kichengemeinden gestaltet. Alles war anders! Wo in den vergangenen Jahren das gemeinsame Singen, Beten und Essen wichtig war, war die diesjährige Veranstaltung komplett anders gestaltet. In der Stadtkirche waren 8 Stationen aufgebaut, an denen man sich informieren konnte, es wurde zum Nachdenken eingeladen, zum Gebet, ja es gab sogar kleine Geschenke zum Mitnehmen.
Wenn man alle liebevoll gestalteten Stationen besucht hatte, wußte man eine Menge über das Leben der Frauen in Vanuatu, ihrem schweren, von Naturgewalten geprägten Leben. Aber auch von ihrer großen Dankbarkeit.
So war die Frage natürlich: Wofür bin ich dankbar? Worauf gründe ich mein Leben?

Das Ende des Gabenzauns

Viel Dankbarkeit verursachte der Gabenzaun. Wir hingen etliche Tüten mit unverderblichen Lebensmitteln daran und viele Menschen schlossen sich an, bestückten den Zaun auch mit Büchern und Spielsachen. Selten blieben die Tüten länger als einen Tag am Zaun.
Uns zeigt das deutlich, dass sich in dieser Corona-Zeit die Bedürftigkeit weiter steigert bzw. wie Armut durch die Corona-Krise in den Brennpunkt gerät. Daher haben wir zusammen mit der Stadt Großalmerode unter dem Arbeitstitel „Soziales in Großalmerode“ ein Konzept erstellt, um hier weiter für Abhilfe zu sorgen.

Der Gabenzaun an der Stadtkirche

Leider mussten wir den Gabenzaun abbauen. Einige Menschen nutzen ihn dann doch, um unterhalb des Zauns ihren Sperrmüll zu entsorgen. Manche stellten die „guten“ Sachen einfach zu, so dass man nach ihnen hätte wühlen müssen. Ich verstehe eine solche Handlung nicht und ein solches Verhalten zeigt dann auch wieder die Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft gerade dann zu handeln und sich einzusetzen, wenn es die Zeiten dringend gebieten. Packes wir’s (weiter) an, denn es gibt sehr viel zu tun.

Pfr. Jörn Jakob Klinge

Pfarrer Olliver Heinemann stellt sich vor

Verstärkung für den Kooperationsraum Am Meißner

„Sie sind Pfarrer?“, fragt mein Gegenüber bei einer Bahnfahrt ganz erstaunt, „Sie sind doch sonst ganz normal!“ Und nun folgt eines der vielen Gespräche, die ich seit meiner Ordination zum Pfarrer im April 2000 geführt habe – über Glauben, Kirche und Christ-Sein heute. Tja, wie fing denn eigentlich alles an? Wie wurde der „doch sonst ganz Normale“ zum Pfarrer? Am Anfang stand ein Kreuz, das „Rote Kreuz Krankenhaus“ in Kassel, in dem ich 1970 geboren wurde.

Aufgewachsen bin ich in Fuldatal-Ihringshausen, wo ich als Jugendlicher in der Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde begeistert mitgearbeitet habe und sich nach und nach der Wunsch entwickelte, Theologie zu studieren. Auf Reisen mit meinen Eltern in die biblischen Länder des Nahen Ostens – besonders nach Israel – wurde dieser Wunsch noch entscheidend verstärkt. Mein Theologiestudium absolvierte ich in Mainz, um dann schließlich zum Vikariat nach Hessen zurückzukehren. Die Erlöserkirche in Kassel-Harleshausen wurde für zwei Jahre meine Wirkungsstätte und der Stadtteil mein zu Hause.

Nach meiner Ordination ging ich für ein Jahr nach Jerusalem und arbeitete am „Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes“. Anschließend hatte ich für zwei Jahre eine Stelle an der Universität Kassel. Meine Predigtaufträge während dieser Zeit führten mich von Erlöserkirche (Jerusalem) zu Erlöserkirche (Kassel-Fasanenhof).

Von 2003 bis 2014 arbeitete ich als Gemeindepfarrer in Geismar bei Fritzlar – mit einer einjährigen Unterbrechung aufgrund der Mitarbeit bei einem Forschungsprojekt der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Thema „Alternative Formen von Kirche auf dem Land“.

Im Jahr 2014 übernahm ich dann die Pfarrstelle Wabern und seit Anfang 2019 bin ich nun auf einer landeskirchlichen Pfarrstelle zuständig für pfarramtlichen Dienst – zunächst im Kirchenkreis Schwalm-Eder und nun seit dem 01. August 2020 hier im Kirchenkreis Werra-Meißner. Ich wohne mit meiner Frau, meinen zwei Söhnen und unserem Hund in Fritzlar.
Es grüßt Sie herzlich, 
Pfarrer Olliver Heinemann

Der Großalmeröder Gabenzaun beschenkt weiter

Durch eine großzügige Spende konnten wir diesen Einkaufswagen mit vielen buten Dingen füllen: vom Malbuch über Reis und Nudeln bis hin zu leckeren Keksen. In den nächsten Wochen werden wir die unverderblichen Lebensmittel in kleinen Tüten an den Gabenzaun hängen. Wir bitten sehr herzlich, dass diese Tüten von denen abgehängt werden, die darauf angewisen sind und bitten ferner, weiter Tüten mit unverderblichen Lebensmittel an unseren Großalmeröder Gabenzaun zu hängen.

Bitte keine Textilien (Kleidung, Schuhe, etc.) oder verderbliche Lebensmittel an den Gabenzaun hängen. Wir wollen uns gegenseitig helfen und keineswegs schaden!

Jörn Jakob Klinge

Gabenzaun in Großalmerode

Spenden für Bedürftige können in Großalmerode nun an einem Gabenzaun an der Stadtkirche aufgehangen werden. Julia Lohrmann, Praktikantin bei der Stadt Großalmerode, hatte die Idee zum Zaun, den Pfarrer Jörn Jakob Klinge (Mitte) und Bürgermeister Finn Thomsen mithilfe des Bauhofes realisierten. Haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch Malbücher können Spender nun an den Zaun hängen und so Bedürftige unterstützen. „Auf jeder Tüte sollte bitte stehen, was darin ist und wann es aufgehangen wurde“, bittet Thomsen. epa Foto: Evelyn Paul

Quellenangabe: Witzenhäuser Allgemeine vom 11.04.2020, Seite 2

„Corona“ und ich

Meine Lieben,

geht es Ihnen dieser Tage auch so: alles fällt mir schwer, ich bin wie gelähmt, obschon doch so vieles zu bedenken wäre. Die Zeit mit ihren Bedrohungen lastet schwer auf mir. Irritierende Gedanken ziehen mich hinab: Habe ich eine Mitschuld daran, bin ich selbst ein Opfer des Virus oder werde ich es demnächst werden. Angst, die belastet; Ohnmacht, die lähmt. Doch dabei, meine Lieben, spüre ich: Indem ich diesen schweren Gedanken nachgehe, indem ich sie mir ganz zu eigen mache und meine Gefühle intensiv wahrnehme und mir eingestehe, wie ohnmächtig und belastet ich bin, geht es mir besser, ja ich fühle mich ein wenig freier: Du hast Deine Aufgabe, gehe voran und wenn es nur winzige Schritte sind, wie die Protokolle der Sitzungen zu ordnen oder die Geschichte der Gemeinde in den letzten Jahren zu ergänzen oder schlicht die Ablagen im eigenen Regal zu ordnen; es ist nichts Unnützes daran. Ganz im Gegenteil. Zeit zum Aufräumen, ja eben auch zum inneren Aufräumen: Du kannst Gebete schreiben und diese in die Kirche legen; ach ja, die Kirche: Öffne sie, schaffe eine Gelegenheit dort Kerzen anzuzünden, damit jede und jeder die Gelegenheit bekommt, mit den Kerzen ihre Hoffnungen und ihre Sorgen für die Familienmitglieder, Freundinnen oder Freunden einen glänzendem Ausdruck zu verleihen; dass es uns so gehe wie dem zeit seines Lebens Gelähmten, der als er endlich laufen kann, keinen Freudentanz vollzieht, sondern schlicht sein Bett nahm und davonging (vgl. Mk 4,12).

Vielleicht sehen wir uns in Großalmerode oder Rommerode in den Kirchen zur stillen Andacht: die Kirchen sind dienstags bis freitags von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und Samstagabend von 19.30 Uhr bis 19.40 Uhr. Am Samstagabend läuten die Glocken. Währenddessen können wir Texte aus der Bibel hören. So empfangen wir den Segen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes auch in schweren Zeiten.

Jörn Jakob Klinge
Pfarrer der Kirchengemeinde am Hirschberg, Großalmerode

Lieder exzellent präsentiert

Dienstag, 29. Oktober 2019, Witzenhäuser Allgemeine / Lokales